Mehr als nur Gestalten
Interaction Design = die Online-Welt mit den Händen greifen.
Interaction Design entwirft den haptischen Faktor einer erfolgreichen User Experience und spielt eine zentrale Rolle in der Konzeption von Websites und mobilen Applikationen. Interaction Design lässt sich mit Hilfe eines Sportwagens definieren und mit fassbaren Prototypen entwerfen.
Die Verführung als initialer Akt guter User Experience
Klick. Klack. Die Türen des Sportwagens öffnen sich und der erotische Duft des Leders laden ein Platz zu nehmen. Das griffige Steuerrad und der kühle Schalthebel fordern die Maschine zu starten. Der Drehzahlmesser schnellt in die Höhe und das Vibrieren geht in Fleisch und Blut über, die Verführung ist perfekt. Bevor man die Maschine überhaupt in Bewegung setzt spührt man das gute Interaction Design.
Intuitiv drückt man vorsichtig und zielsicher den Schalthebel in die erste Position und rollt auf die Strasse. Ohne einen Blick auf die Landkarte zu werfen gleitet man durch die Stadt, über die Landstrasse hinauf zur kurvigen Passstrasse. Wie von Zauberhand geführt gelangt man vom Lenkrad über die Gangschaltung zum Autoradio. Diese intuitive Zielführung und Bedienung stehen für gutes Usability Design.
Der Espresso in Italien duftet himmlisch und ist beinahe unbezahlbar. Doch wie kam es soweit? Warum befinden wir uns in Italien und nicht mehr am Schreibtisch? Der Wind im Haar, das orchestrieren des Motors und das Grinsen im Gesicht bleiben ein unbeschreibliches Erlebnis. Wenn intuitive Wegleitung und sinnliche Verführung miteinander verschmelzen sprechen wir von gutem User Experience Design.

Die Evolution einer Idee
Typisch für Interaction Design sind interaktive Prototypen. Sie simulieren eine Website oder App. Interaktionen, Haptik und Funktionen werden so erlebbar. Eine erste Idee kann ausprobiert, verbessert oder gar verworfen werden. Die Idee entwickelt sich vorwärts, rückwärts und seitwärts.
Arbeiten mit Hilfe von Prototypen ermöglicht eine iterative und interdisziplinäre Vorgehensweise zwischen Designer, User, Kunde, Entwickler und Projektmanager. Man hält in der Hand über was man spricht.
Der User steht dabei immer im Zentrum, der Prototyp wird für ihn massgeschneidert. Der Interaction Designer übernimmt die Rolle des Users und vertritt diesen wie ein Anwalt.
Prototypen werden lebendig und verzaubern
Wir unterscheiden zwischen drei verschiedenen Prototypen. Je nach Situation, Zeit oder Budget werden alle Drei Stufen durchlebt oder gezielt Eine oder Zwei ausgewählt.
Der Low-Fidelity Prototype ist der Kreative. Mit Papier, Bleistift und Filzstift wird eine Idee sofort skizziert und ausprobiert. Meist ensteht dies bereits kurz nach dem ersten Briefing. Anschliessend werden die Skizzen dann interaktiv miteinander verlinkt und die Idee wird sofort fassbar.
Der Mid-Fidelity Prototype ist der Klassiker. Mit einer Software z.b. Axure oder Indesign werden interaktive Wireframes erstellt. Hier werden ganze Prozesse abgebildet und können so interaktiv mit Usern getestet und verbessert werden. Meist trägt der Mid-Fidelity Prototype kein oder eine bestehendes Grafik Design.
Der High-Fidelity Prototype ist der Luxuriöse. Hier wird das komplette Frontend abgebildet. Meist wird dieser Prototype direkt in HTML gebaut, kann aber auch mit Axure, Indesign oder Flash simuliert werden. Dieser Prototype ist absolut fantastisch für Präsentationen um z.B. Budget für eine Vision zu bekommen. Auf der anderen Seite ist er sehr gefährlich, da die Grenze zum finalen Produkt unscharf wird, und der Gedanke "ist ja schon fertig" auftaucht. Es ist und bleibt eine Simulation ohne Schnittstellen und Backend, die perfekte Illusion.
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