

St. Gallen/Zürich, 12. Januar 2006 - Bereits zum sechsten Mal wird der mit 20'000 Franken dotierte namics-Kunstpreis verliehen. Nachdem der namics-Kunstpreis in der Vergangenheit jeweils im Rahmen der Eidgenössischen Preise für Kunst vergeben worden war, verzichtete die Jury nach Sichtung der präsentierten Werkproben und eingehender Diskussion im letzten Juni auf eine Verleihung. Für die Jury erfüllte keine der gezeigten Arbeiten die mit einem Medienkunstpreis verbundenen Ansprüche hinsichtlich Qualität, Innovation und Aussagekraft.
Die Jury entschloss sich daher, den Preisträger für den 6. namics-Kunstpreis aufgrund von Vorschlägen aus den eigenen Reihen zu ernennen. Aus einer Auswahl von über zehn Werkvorschlägen wurde der namics-Kunstpreis im Jahr 2005 vergeben an:
Sladjan Nedeljkovic (*1969)
Sein Schaffen überzeugt nicht nur aufgrund der stets spürbaren Aktualität, sondern insbesondere durch den hohen Grad an Reflexion über Informationsmedien, Journalismus und Kommunikation. In den 2003 entstandenen "Reports" beispielsweise berichtet ein Reporter mit synthetischer Stimme aus dem fiktiven Land Ubekia. Der Künstler führt den Betrachter gezielt in eine Zone der Unsicherheit, wo sich die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, zwischen Information und Manipulation, zwischen subjektiver Sicht und objektiver Wahrheit aufzulösen beginnen. Immer wieder stellt sich beim Betrachten die entscheidende Frage: Was sehen wir und wie interpretieren wir das Gesehene aufgrund der eingespielten Narrationen? Raffiniert spielt Sladjan Nedeljkovic mit den präzise eingesetzten Mitteln und Möglichkeiten von Bild, Ton und Text, er suggeriert Erzählungen und schafft Stimmungen, nur um ihre Wirkmächtigkeit gleichzeitig wieder als mediale Konstruktion blosszustellen.
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